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LR Gerhard Reheis im O-Ton„Wir nehmen alle Menschen sehr ernst und bemühen uns, jedem einzelnen Vorwurf sorgfältigst nachzugehen. Bisher verzeichnen wir 200 Kontaktaufnahmen bei der Anlaufstelle des Landes für Missbrauchsopfer. Jeder einzelne Fall ist einer zuviel. Hier geht es um Lebensschicksale von Menschen“, zeigte sich LR Reheis von vielen gemeldeten Missbrauchsfällen sehr betroffen. „Viele haben zum ersten Mal über die damaligen Vorkommnisse gesprochen und über erschütternde Details berichtet.“ Die Fälle betreffen den Zeitraum vom Jahr 1955 bis zum Jahr 1992.
Erste Beratungen über Empfehlungen in der Regierungssitzung am 15. August
Der Kern der Aussagen Betroffener geht dahin, das Geschehene aufzuarbeiten und persönlich erstmals darüber reden zu können. Außerdem soll dafür Sorge getragen werden, dass solche Vorkommnisse nie mehr passieren können.
LR Reheis: „Der nächste Schritt ist, die Empfehlungen der Steuerungsgruppe ‚Opferschutz’ den Landesregierungsmitgliedern weiterzuleiten. Wir werden dann in der Regierungssitzung am 15. August erstmals darüber beraten.“
Von 79 Missbrauchsopfern wurden 89 Beschwerden betreffend physische und psychische Gewalt eingebracht, 14 Beschwerden betreffen sexuelle Gewalt. Bei den 24 von Vorwürfen betroffenen Einrichtungen entfallen 38 Prozent der Meldungen auf kirchliche Bereiche, 24 Prozent auf Bereiche des Landes Tirol und 14 Prozent auf Bereiche der Stadt Innsbruck.
Verantwortung übernehmen, aufarbeiten und Präventionsmaßnahmen setzen Eine von LR Gerhard Reheis eingerichtete Steuerungsgruppe „Opferschutz“ hat jetzt Empfehlungen an die Landesregierung erarbeitet:
- Zuerst einmal die historische Verantwortung für die Geschehnisse übernehmen
- Die Geschichte der Heimerziehung in Tirol soll historisch aufgearbeitet werden
- Therapiekosten übernehmen und materielle Entschädigung anbieten
- Und es werden noch weitreichende Präventionsmaßnahmen zur künftigen Verhinderung derartiger Ereignisse angeführt, wie zum Beispiel Maßnahmen in der Jugendwohlfahrt und im Umfeld alter Menschen sowie sozialpädagogische, psychosoziale und sexualpädagogische Aus- und Fortbildungsmaßnahmen
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