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05. August 2020

Tiroler Blumenwiesn – damit das Summen nicht verstummt

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Nahrungsquellen und Lebensräume für Insekten schaffen, die Artenvielfalt und so die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln aufrechterhalten: Das sind die Ziele der Initiative „Tiroler Blumenwiesn“.

Unter der Schirmherrschaft des Landes Tirol und Federführung des Maschinenrings haben sich zahlreiche Partner zusammengefunden, die gemeinsam dafür sorgen wollen, dass in privaten Gärten, auf öffentlichen Flächen, auf Firmenarealen, am Straßenrand und auf den Feldern verstärkt Pflanzen blühen, die Nahrungsquelle und Lebensraum für heimische Insekten sind. „Unsere Regale und Kühlschränke wären leer, gäbe es keine Insekten. Jeder dritte Bissen, den wir zu uns nehmen, hängt von der Bestäubungsleistung der Insekten ab“, verdeutlicht LHStv Josef Geisler. „Deshalb wollen wir in Zukunft in unserem Land vermehrt blühende Tiroler Blumenwiesen anstatt akkurat getrimmter Englischer Rasen.“ Für das Auge ist das in vielen Fällen eine große Umstellung. Was manchmal vielleicht wie eine „Gstättn“ wirken mag, ist in Wahrheit ein Refugium für Insekten. „Wir müssen deshalb auch Aufklärungsarbeit leisten und gerade öffentliche Flächen, die zu ‚Tiroler Blumenwiesn‘ werden, kennzeichnen“, weiß Maschinenring-Geschäftsführer Hannes Ziegler.
Zwei Drittel aller blühenden Wild- und Kulturpflanzen sind darauf angewiesen, von Insekten bestäubt zu werden. Nur eine große Insektenvielfalt ermöglicht eine optimale Bestäubung. „Bestäuberinsekten brauchen ein kontinuierliches Futterangebot an heimischen Blühpflanzen sowie eine Vielzahl an unterschiedlichen Nistmöglichkeiten“, erklärt Andreas Tschöll vom Fachbereich Landwirtschaftliches Versuchswesen. Und fast jede/ jeder kann einen Beitrag dazu leisten, damit Tirol aufblüht. Wer nicht selbst Hand anlegen will oder keine Flächen zur Verfügung hat, kann im Rahmen der Initiative „Tiroler Blumenwiesn“ trotzdem etwas für die Insekten und somit für die Artenvielfalt in Tirol tun.

Alle können einen Beitrag leisten

Der Maschinenring bietet Gemeinden, Firmen und Privatpersonen ein Dienstleistungspaket für die Anlage und Pflege von Blühflächen. Die im „Gemüseland“ organisierten Gemüsebaubetriebe säen auf bis zu zehn Hektar ertragsfrei gestellter Ackerfläche im Inntal zwischen Stams und Stans einjährige Blühmischungen. Für diese kann man Patenschaften erwerben. Für alle, die selbst einen Beitrag leisten wollen, gibt es im Rahmen der Naturgarteninitiative Tirol des Tiroler Bildungsforums (Natur im Garten) und der Tiroler Obst- und Gartenbauvereine – Grünes Tirol (Heimisch Pflanzen) ein umfangreiches Beratungs- und Schulungsangebot. Außerdem sorgt der Tiroler Imkerverband mit seinen 3.000 ImkerInnen und 32.000 Bienenvölkern dafür, dass aus den Tiroler Blumenwiesn bester Tiroler Honig gewonnen wird. Mit dabei sind auch der Verband Grünes Tirol, die Landwirtschaftskammer und der Gemeindeverband. Alle sind zum Mitmachen eingeladen!

Saatgut mit alten Sorten

Das Land Tirol ist bei „Tiroler Blumenwiesn“ nicht nur Schirmherr, sondern auch selbst engagierter Partner. Christian Partl vom Fachbereich Landwirtschaftliches Versuchswesen hat in Zusammenarbeit mit Matthias Karadar vom Tiroler Bildungsforum und der Firma Samen Schwarzenberger Saatgutmischungen entwickelt, die speziell auf Tirol und verschiedene Einsatzbereiche abgestimmt sind. Denn nur weil etwas schön anzusehen ist, ist es noch lange nicht heimisch und ökologisch wertvoll. Die Saatgutmischungen, bei denen auch alte Sorten aus der Genbank des Landes Tirol Verwendung finden, sind bei den Projektpartnern im Einsatz und auch für Privatpersonen erhältlich. Außerdem stellt das Land Tirol Flächen zur Verfügung. Den Anfang macht eine Pilotfläche der Landesstraßenverwaltung in Haiming.

Weitere Informationen dazu unter:
www.tiroler-blumenwiesn.at
www.tirol.gv.at/genbank
 

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