19. Oktober 2020

Wie Frauen dies- und jenseits des Brenners leben

von Iris Reichkendler
Collage von Frauenportraits
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In Zahlen gegossene Einblicke in die Lebensrealitäten von Frauen dies- und jenseits des Brenners liefert die Broschüre „Die Frau in der Europaregion Tirol-Südtirol- Trentino“.

Darin wird unter anderem den Fragen nachgegangen, wie sich Beruf und Familie im Vergleich zwischen Tirol, Südtirol und Trentino vereinbaren lassen oder wie es mit Chancengleichheit, politischer Beteiligung oder Gender-Medizin in den drei Ländern aussieht.

Grenzen auflösen

„Die umfassenden Ergebnisse der Publikation geben Auskunft über die Situation von Frauen und Männern in der Europaregion und stellen die Basis für weiterführende Projekte dar“, berichtet Frauenlandesrätin Gabriele Fischer. „Es werden die zahlreichen Ähnlichkeiten, aber auch die Unterschiede in den Regionen dargestellt. Damit haben wir eine wertvolle Grundlage, um die realen Lebensbedingungen der Frauen und Männer in der Europaregion zu verstehen und zu dokumentieren“. Darüber hinaus lassen sich auf Basis der Daten Strategien – beispielsweise im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf – entwickeln, die maßgeblich zu einer Verbesserung führen.
Neben allgemeinen Daten zu Regionen und Bevölkerung informiert die Publikation über Familie und soziales Umfeld, Gesundheit, Bildung, Arbeit, politische Beteiligung und schließlich auch über geschlechtsspezifische Gewalt.
Hinweis: Die Broschüre ist online abrufbar: www.europaregion.info/ frauen_euregio.

Wussten Sie, dass …

… in Bezug auf die Arbeitslosigkeit die Lage der Frauen in Tirol besser ist als in Südtirol und Trentino? Im Jahr 2016 entsprach die Arbeitslosenquote der Frauen in Tirol mit 3,5 Prozent im Wesentlichen jener der Männer (3,6 Prozent). In Südtirol (4,1 Prozent; 3,4 Prozent) und im Trentino (7,1 Prozent; 6,6 Prozent) sind Frauen von der Arbeitslosigkeit nach wie vor stärker betroffen.
… der Anteil von Frauen, die einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, in Tirol fünf- bis siebenmal höher ist als in Südtirol und Trentino? In Tirol wird der höchste Prozentsatz von Frauen, die in Teilzeit arbeiten, verzeichnet (53,2 Prozent im Vergleich zu 45 Prozent und 41,3 Prozent in den Provinzen Bozen und Trient).
… der Anteil von Frauen und Männern in der Tiroler Landesregierung 50:50 beträgt? In Südtirol beträgt das Verhältnis Männer zu Frauen 75:25 und im Trentino 87,5:12,5. Auch der Frauenanteil im Landtag ist mit einem Drittel bzw. 33,3 Prozent Frauen in Tirol am höchsten (Südtirol 28,6 Prozent und Trentino 17,1 Prozent). Bei den Bürgermeisterinnen hat Tirol Aufholbedarf: So erreichen die Bürgermeisterinnen 5,4 Prozent in Tirol, 8,6 Prozent in der Provinz Bozen und 11,4 Prozent in der Provinz Trient.
 

Kommentar

Ob Frau oder Mann – es muss in Tirol gleich sein

Die vorliegende Broschüre zeigt: Es ist viel zu tun. Mit dem Gleichstellungspaket 2020 - 2023 stellt Tirol sieben Millionen Euro für Maßnahmen bereit, die Gleichstellung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen zum Ziel hat. Insgesamt sieben Handlungsfelder wurden definiert und entsprechend finanziell ausgestattet. Darüber hinaus wollen wir rund 3,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds lukrieren. Mit diesem Riesen-Paket nehmen wir beträchtliche Summen in die Hand – mit einem Ziel: Es muss gleich sein, ob du eine Frau oder ein Mann  bist, die gleichen Chancen und Möglichkeiten stehen allen offen – weil es gleich sein muss,  ob sich eine Frau oder ein  Mann bewirbt, weil es gleich sein muss, welchen Beruf Frau oder Mann sich aussucht und weil es

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