Die überbetriebliche Lehrausbildung eröffnet Jugendlichen in Tirol ohne klassische Lehrstelle neue Perspektiven. Nach Ende der Pflichtschulzeit steht jeder und jede Jugendliche vor derselben Frage: Welchen beruflichen Weg schlage ich ein? Ist die Entscheidung gefallen, geht es darum, einen Ausbildungs-, Arbeits- oder Lehrstellenplatz zu finden. Wer keine Lehrstelle findet oder eine Ausbildung abbrechen musste, kann in Tirol auf die überbetriebliche Lehrausbildung zurückgreifen. Sie ermöglicht einen anerkannten Lehrabschluss und den Einstieg ins Berufsleben – auch ohne direkten Ausbildungsbetrieb. Allein für 2026 stellt das Land Tirol dafür rund 1,1 Millionen Euro bereit.
Seit Beginn des Ausbildungsjahres 2025/26 haben in Tirol mehr als 90 Jugendliche eine überbetriebliche Lehre und über 200 eine Vorbereitungsmaßnahme begonnen.
Gesamte Ausbildung kann überbetrieblich absolviert werden
Während die klassische duale Ausbildung in einem Lehrbetrieb stattfindet, wird der Ausbildungsvertrag bei einer überbetrieblichen Lehrausbildung mit einer Schulungseinrichtung abgeschlossen. Diese arbeiten eng mit regionalen Unternehmen zusammen. Ziel ist es, die Jugendlichen bestmöglich auf eine reguläre Lehre vorzubereiten und ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Wer keinen Wechsel in eine betriebliche Lehre schafft, kann die gesamte Ausbildung über betrieblich absolvieren und mit der Lehrabschlussprüfung abschließen.Ausbildung in allen Tiroler Bezirken
Qualifizierungs- und Schulungsangebote gibt es in Innsbruck, Wörgl, Lienz, Reutte, Kitzbühel, Kufstein, Landeck, Imst, Wattens und Schwaz – und damit in allen Tiroler Bezirken. Neben allgemeinen Lehrgängen und der integrativen Berufsausbildung umfassen die Inhalte insbesondere Metalltechnik bzw. Metallbearbeitung.Interessierte können sich an die Jugendberatung in ihrer regionalen AMS-Geschäftsstelle wenden.
Vom Lehrling zum Landesrat: Drei Fragen an LR Gerber
1 Warum haben Sie sich für eine Lehrausbildung entschieden?Der Tourismus ist mir quasi in die Wiege gelegt worden. Deshalb war schon recht früh klar, dass ich mich in diesem Bereich verwirklichen will. Die Lehre zum Hotel- und Gastgewerbeassistenten war für mich die ideale Grundlage, um praxisnah Erfahrungen zu sammeln. Ich bin dann in den elterlichen Betrieb eingestiegen und habe vor meiner Tätigkeit als Landesrat gemeinsam mit meiner Familie mehrere Hotels aufgebaut.
2 Was hat Ihnen an der Lehre besonders gut gefallen?
Besonders geschätzt habe ich die Kombination aus Theorie und Praxis, die das duale Ausbildungssystem so einzigartig macht. Man lernt früh, Verantwortung zu übernehmen, und bekommt gleichzeitig die besten Einblicke in den Berufsalltag.
3 Was geben Sie jungen Menschen mit, die gerade vor der Berufswahl stehen?
Am wichtigsten ist es, etwas zu wählen, das einem wirklich Freude bereitet – denn mit Begeisterung lernt und arbeitet man am besten. Eine Lehre bietet dafür großartige Chancen und kann, wie in meinem Fall, der Startpunkt einer vielfältigen Karriere sein.
„Berufe zum Anfassen“ beim Berufs-Festival
Berufe in der Praxis ausprobieren und Kontakte mit Unternehmen für Schnuppermöglichkeiten oder Lehrstellen knüpfen – das ist beim Berufs-Festival der Wirtschaftskammer Tirol möglich. Dieses findet das ganze Jahr über in allen Tiroler Bezirken statt. Unter dem Motto „Berufe zum Anfassen“ haben Jugendliche die Möglichkeit, verschiedenste Berufe hautnah zu erleben und dabei ihre eigenen Fähigkeiten zu testen. Alle Infos zum Berufs-Festival sowie die Termine in den Bezirken finden Sie unter: berufsfestival.at„Mit einer Lehre stehen alle Türen offen.“
– LR Mario Gerber