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30. Jänner 2020

Krebs schon vor Ausbruch erkennen

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Präsentation des neuen EUTOPS-Instituts (von li.): Christian J. Wiedermann (Geschäftsführer Tirol Kliniken), Martin Widschwendter (künftiger Leiter EUTOPS-Institut), LH Günther Platter, LHStvin Ingrid Felipe, Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und Rektor Tilmann Märk, Universität Innsbruck.
Das Land Tirol fördert ein neues Institut für Prävention und Screening in der Krebsmedizin.

Social Media Container: https://www.youtube.com/watch?v=Cf8-_w3fnOYIn Tirol erkrankt jede dritte Frau und jeder dritte Mann bis zum achtzigsten Lebensjahr an Krebs – die Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Krebserkrankungen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird. Um die Früherkennung und Prävention in Tirol bestmöglich auszubauen, stellt die Landesregierung auf Antrag von LH Günther Platter und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg bis 2023 insgesamt 1,5 Millionen Euro für das neue Institut für Prävention und Screening in der Onkologie („Europäisches Onkologie Präventions & Screening Institut“ – EUTOPS) an den Tirol Kliniken bereit. Umgesetzt wird diese Einrichtung in Kooperation mit der Universität Innsbruck.
„Heute kann es gelingen, Tumorerkrankungen vor ihrem Ausbruch vorherzusagen. Künftig könnte es für jede Tirolerin und jeden Tiroler möglich sein, bereits vor einer Erkrankung zu erkennen, ob und welches erhöhte Krebsrisiko besteht. Das wiederum stellt die Grundlage dafür dar, um in weiterer Folge präventive Gesundheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die erstklassige Gesundheitsversorgung in Tirol wird damit jedenfalls weiter verbessert“, betont LH Günther Platter.

Personalisierte Prävention und Krebsfrüherkennung

Auf Basis neuester Forschungsergebnisse und neuer Parameter sollen Personen mit erhöhtem Krebsrisiko früher identifiziert werden. „Unser Ziel ist es, dass die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Tirol ebenso reduziert wird wie die Krebssterberate. Gleichzeitig liegt der Fokus auf der personalisierten Prävention und Früherkennung. Risikopatientinnen und -patienten sollen sich künftig frühzeitig an einem professionell betreuten Gesundheitsprogramm beteiligen können“, erklärt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg. So haben Erkenntnisse beispielsweise gezeigt, dass einfache Bluttests, in denen die DNA eines Tumors nachgewiesen werden kann, eine Krebsfrüherkennung möglich machen.

Über 50 Millionen Euro für Wissenschaft in Tirol

Die Landesmittel für die Wissenschaft haben sich seit 2012 verdoppelt. Für das Jahr 2021 klettert das dafür vorgesehene Budget auf über 50 Millionen Euro. „Mit dem EUTOPS-Institut leisten wir einen wesentlichen Bei-trag, Tirol als Wissenschafts- und Forschungsstandort weiter zu stärken. Für die Leitung des Instituts konnten wir einen Tiroler in die Heimat zurückholen: Professor Widschwendter ist ein international angesehener Forscher, der nach vielen Jahren in den USA und Großbritannien seine umfassende Erfahrung zum Nutzen der Tirolerinnen und Tiroler einsetzen wird“, betonen LH Platter und LR Tilg unisono.

Internationales onkologisches Know-how am Standort Tirol

Krebserkrankungen werden in den kommenden Jahren noch deutlicher zunehmen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als bislang führende Todesursache ablösen. Um in der Onkologie einen nachhaltigen Durchbruch zu erzielen, wird deshalb beim Konzept der Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Anleihe genommen: Identifizierung von Menschen mit erhöhtem Risiko (Blutdruck, Cholesterin), Vorbeugung (Blutdruck- und Cholesterinsenker) und Früherkennung wie beim Integrierten Schlaganfallpfad haben zu einer deutlichen Reduktion der Häufigkeit des Auftretens, der Spätfolgen und Sterblichkeit geführt.
„Während meiner Zeit an der University of Southern California in Los Angeles und am University College London haben wir in den vergangenen 20 Jahren diesbezüglich vollkommen neue Strategien zur Früherkennung und Vorbeugung von Krebs erarbeitet. Wir wollen diese im Rahmen des neuen EUTOPS-Instituts nun von Tirol und London aus gemeinsam mit unseren europäischen Partnern umsetzen und diese Strategien der Bevölkerung im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen anbieten. Das Gesundheitsland Tirol stellt hier gemeinsam mit seinen Universitäten eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, zukünftige Gesundheitsprogramme international federführend zu entwickeln“, sagt Martin Widschwendter, künftiger Leiter des Instituts, das noch heuer an den Tirol Kliniken am Standort des Landeskrankenhauses Hall in Betrieb gehen soll. Der international etablierte Spitzenforscher hat im Jahr 2017 als erster Österreicher für seine Leistungen den „Advanced Grant“, die höchste Auszeichnung des European Research Council (ERC), erhalten.

Ziele des EUTOPS-Institut

• Mit aussagekräftigen Biomarkern (messbare Indikatoren für das Vorhandensein oder die Schwere einer Krankheit) besser vorankommen.
• Bösartige Tumore gezielter durch gesunden Lebensstil vermeiden und Krebs aktiv vorbeugen.
• Anhand genetischer Merkmale die Behandlungsaussicht frühzeitig, also vor Therapiebeginn, verbessern. 
 

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